Article Type: Markt

Wie begehrt sind gebrauchte BMW-Modelle?

Autovista24 Logo

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten näherten sich die Münchner vergangenes Jahr ihrem Erzrivalen aus Stuttgart neuzulassungsseitig bis auf wenige Tausend Einheiten. Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, wirft einen Blick auf das Unternehmen, die neue Designlinie und Restwertprognosen.

BMW blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurück und konnte seine Position im heimischen Markt stärken. Dies lag allerdings weniger an eigenem Wachstum, denn an vergleichsweise stabilen Produktionszahlen und Lieferfähigkeit sowie dahingehend größeren Schwächen bei den Marktbegleitern.

Auch wenn die Elektrifizierung bei BMW bisher weniger ausgeprägt ist als bei Mercedes, ist die Richtung klar definiert. Zuletzt die Doppeleinführung von i4 und iX hat demonstriert, dass man versucht, auf der Höhe der automobilen Entwicklungen zu bleiben. Aber der Blick in die Liste der geplanten Neueinführungen zeigt, dass die direkten Wettbewerber hier etwas agiler sind.

Das Fehlen von Plug-In Hybrid-Versionen von 1er und X4 verstärkt dabei das Bild einer eher zögerlichen Transformation, wenn man auch nicht müde wird, die „i“s und „e“s als „the new normal“ auch bei BMW zu deklarieren. Die neue Designlinie allerdings findet medial eher ein geteiltes Echo.

„Das zukünftige BMW-Design wird stärker differenzieren und polarisieren. Bei Neuwagenkunden und am Gebrauchtwagenmarkt müssen sich diese Konzepte neu bewähren“, so Thorsten Barg, Group Regional Managing Director DE, UK & AU der Autovista Group.   

Umso erfreulicher sicher für die bayrischen Marketingstrategen, dass die aufsehenerregende Farbwechsel-Folierung des iX Flow auf der jüngsten CES die kritische Berichterstattung über den XM ablöste und auch in puncto Innovation einen positiven Marker setzte. Zurück im Hier und Jetzt wird natürlich weiterhin das Hauptgeschäft am Gebrauchtwagenmarkt noch mit Dieseln und Benzinern gemacht.

Restwertprognosen für BMW-Modelle in %

(36 Monate, 60.000km)

Quelle: Schwacke

Insbesondere Benziner weisen derzeit außerordentlich niedrige Standzeiten auf und finden mehr Nachfrage als Nachschub. Insgesamt profitieren BMW-Modelle allerdings nicht so stark vom Preisanstieg des Marktes wie Wettbewerber, was aber letztendlich Jammern auf buchstäblich hohem Niveau bedeutet. Prognosewerte deutlich über 50% schaffen fast alle Baureihen. Lediglich der in die Jahre gekommene i3, der 5er und der etwas glücklose 7er erreichen diesen Schwellenwert derzeit nicht.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Wie begehrt sind gebrauchte Audi-Modelle?

Autovista24 Logo

Gewinnbringend: Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die Premiummarke Audi, ihre Position in der VW Gruppe und darüber, welche Entwicklung zukünftig zu erwarten ist.

Als zweitgrößtem Zulassungslieferanten des Konzerns kommt Audi innerhalb der VW Gruppe nicht nur als Premiummarke eine besondere Bedeutung zu. Auch die Profitabilität der Ingolstädter spielt eine gewaltige Rolle.

Jüngst konnte der Finanzvorstand zu diesem Thema gute Nachrichten verkünden. Der Chipmangel führt derzeit dazu, dass überwiegend profitable Modelle fokussiert und geliefert werden. Die Rendite liege damit voraussichtlich leicht über Vorjahr. Dem Gesamtabsatz und damit dem Händlergeschäft hilft dies aber nur bedingt, fehlen doch per Oktober gegenüber dem schwachen Vorjahr nochmals 10% Neuzulassungen.

Restwertprognosen für Audi-Modelle in %

(36 Monate, 60.000km)

Blickpunkt Audi: Restwertprognosen in % (36 Monate, 60.000km)
Quelle: Schwacke

Die letzten beiden Monate gehörten dabei zu den schwächsten der vergangenen 20 Jahre und kamen auf wenig mehr als die WLTP-bedingten Ausfälle in 2018. Für eine Marke, die mittlerweile mehr Modellreihen am Markt hat, als die große Konzernschwester, schwer auszuhalten.

Mit Blick auf das Gebrauchtwagengeschäft lässt die Unterversorgung der relevanten Kanäle Flotte, Handel/Hersteller und Vermieter allerdings auch für die kommenden Jahre eher Mangelverwaltung und Zukaufnot erwarten. Preislich sind aus demselben Grund die Aussichten jedoch insbesondere für Dieselmodelle vorteilhaft. Die Nachschubmenge sinkt seit der Dieselkrise deutlich ab und trifft auf eine stabilisierte Nachfrage auf angemessenem Niveau.

Zu spüren ist allerdings die rapide Zunahme an elektrifizierten Antrieben. Diese tauchen mehr und mehr auf den Gebrauchtwagenhöfen auf und sammeln überdurchschnittlich viele Standtage. Da die Zukunft auch bei den Bayern rein elektrisch ist, kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern aktiv Gebrauchtkäufer von den e-Trons und Plug-Ins zu überzeugen und sein Geschäft zu machen. Andernfalls wird dieser exponentiell wachsende Anteil des Geschäftes zukünftig von anderen als dem Handel und den Herstellern betrieben.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Wie begehrt sind gebrauchte Jeep-Modelle?

Autovista24 Logo

Solider Auftritt: Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die legendäre Automarke Jeep und ihre Position in der sich rasant verändernden Automobilbranche.

Jeep ist einer der Markennamen, bei denen fast jedem ein bestimmtes Bild sofort vors innere Auge tritt: Der Ur-Ahn aller Geländewagen und Weltkriegsveteran Willys MB. Legenden ranken sich um ihn, bis hin zu der seiner Namensgebung, die mal dem englischen Kürzel für „General Purpose“:GP, mal dem Namen der Popeye-Comicfigur „Eugene the Jeep“ zugeschrieben wird.

Diese Historie ist Segen und Fluch zugleich. Segen, weil deutsche Automobilisten Retro-Fans sind. Fluch, weil in Zeiten der Besetzung jeder Segmentnische sowie der Hinwendung zu alternativen Antrieben der Spagat zwischen Markenimage und wirtschaftlicher Notwendigkeit zum Scheitern führen kann. Wer allerdings glaubt, dass ein historisierender Name zu Überalterung führt, der irrt. Nur knapp jeder vierte Jeep in Deutschland ist älter als zehn Jahre und mehr als 40% sind jünger als vier.

Die Ursache liegt im Ausbau der Modellpalette, aber auch im hohen taktischen Zulassungsanteil, also herstellerinduzierte Handels-, Hersteller- und Vermietzulassungen, von deutlich über 50%. Dies hat nicht nur die Zulassungszahlen innerhalb der letzten zehn Jahre vervierfacht, sondern auch erheblichen Volumen- und Preisdruck bei Gebrauchtwagen erzeugt. So sind die aktuellen Prognosewerte zwar auf akzeptablem Niveau, könnten aber mit der zu erwartenden Stellantis-Strategie des reduzierten Marktpushes weiter Fortschritte machen.

Aktuell tut Jeep hinsichtlich alternativer Antriebe das einzig ökonomisch und technisch Sinnvolle und bietet seine PKW-Baureihen als Plug-In Hybrid an. Man erreicht dabei einen erstaunlichen Markenanteil von fast einem Drittel! Selbst jeder vierte neue Wrangler kam 2021 mit Stecker auf die Straße. Beim Wiederverkauf birgt dies aber trotz des starken Aufwärtstrends der Gebrauchtwagenpreise ein Risiko, weil das Nachfragewachstum nach elektrifizierten Verbrennern nicht mit dem Angebotszuwachs mithalten wird.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Angebotsmangel auf dem Gebrauchtwagenmarkt hält an

Autovista24 Logo

In unserem Monthly Market Update wirft Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland im November 2021.

Weiterhin fließen in Summe mehr Fahrzeuge ab, als durch Rückläufer aufgefüllt werden, sodass die verfügbare Angebotsmenge sinkt. Da 2018 ein schwaches Flottenjahr und 2020 produktionsbedingt ein schwaches Zulassungsjahr für taktische Zulassungen war, ist auch für den Rest des Jahres nicht mehr mit einer Entlastung bzw. steigendem Zulauf zu rechnen und das Preisniveau auf dem Gebrauchtwagenmarkt wird – unüblich für ein Jahresende – hoch bleiben. Standzeiten befinden sich entsprechend auf einem historischen Tiefstand, aber der Abstand zwischen Angebotspreisen und Verkaufspreisen bei BEVs und insbesondere PHEVs driftet weiter auseinander und droht im ersten Quartal 2022 einzubrechen.

Ein ähnliches Phänomen ist derzeit bei Fahrzeugen höheren Alters zu beobachten. Auch hier wird der Abstand zwischen Wunsch = Angebotspreis und Wirklichkeit = Transaktion immer größer, in diesem Fall allerdings finden wir fast ausschließlich Verbrenner. Interessant ist insgesamt, dass abgesehen von Vollhybriden in allen anderen Antriebsarten überwiegend Premiumfabrikate zu den Fastsellern gehören, was vermutlich auf eine starke Markenloyalität in Kombination mit verminderter Lieferfähigkeit zurückzuführen ist. Hier ist tatsächlich im Schnitt auch ein relativ gesehen etwas stärkerer Preisanstieg als im Gesamtmarkt zu verzeichnen. Der Verteilungskampf um Ware wird also noch fortgesetzt und der Handel wird händeringend nach Zukaufquellen suchen, um am aktuell hochprofitablen Markt zu partizipieren.  


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Wie begehrt sind gebrauchte Škoda-Modelle?

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke über die Nachfrage nach Škoda-Fahrzeugen auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.

Škoda hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Jedes Jahr von 2000 bis 2019 war – mit einem Abwrackprämien-Ausreißer nach oben – an Neuzulassungen besser als das vorhergehende! Dieses generische Wachstum ging einher mit stetigem Ausbau der Modellpalette, sodass die Tschechen als stärkster Importeur mittlerweile mit acht statt anfänglich drei Baureihen breit aufgestellt sind.

Zwar sind SUV erwartungsgemäß mit über 40% Markenanteil eine dominierende Größe, aber im Marktvergleich liegen sie damit eher im Mittelfeld, was dem zulassungsstärksten Škoda namens Octavia geschuldet ist. Auch der Elektrifizierungsanteil – also vollelektrisch und echter Hybrid – liegt mit 19% 2021 eher im unteren Wettbewerbsumfeld. Man darf aber nicht vergessen, dass die Marke gerade zwei besonders zulassungsschwache Monate hinter sich hat, was sicher nicht mangelnder Kundennachfrage zuzurechnen ist.

Zwar sind lange Lieferzeiten kein neues Phänomen für deutsche Händler und Kunden, aber unter 10.000 Zulassungen im Monat hat es sehr lange nicht mehr gegeben. Die Einbußen sind fast so stark wie bei Konzernschwester SEAT nebenan.

Ein weiterer elektrischer Volumenbringer wie bei VW der ID.3 fehlt bei Škoda. Dafür verkauft sich der Enyaq aktuell beinahe ebenso gut wie der ID.4. Abhilfe könnte – neben dem herbeigesehnten Ende der Halbleiterkrise – der Elroq schaffen, allerdings erst Ende 2024.

Der vollelektrische Kleinwagen wird voraussichtlich noch vor dem ID.1 und Seat Acandra in den Showrooms stehen und die Palette endlich nach unten erweitern. Wenn man sich die Prognosewerte der aktuellen Škodas in Anbetracht der akuten Unterversorgung an Neuwagen anschaut, ist aber davon auszugehen, dass auch in naher Zukunft die meisten Simply Clever-Modelle sehr stabile Restwerte jenseits der 50%-Marke aufweisen werden.

Blickpunkt Skoda 10.21


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Monthly Market Update: Weniger Dieselfahrzeuge auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die aktuelle Situation auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, wirft einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland im Oktober 2021.

Durch alle Alter hindurch sind die verfügbare Angebotsmenge und die Standzeiten am deutschen Gebrauchtwagenmarkt weiterhin weit unterdurchschnittlich. Bei den dreijährigen Dieseln fällt das Minus durch das schwache Flottenjahr 2018 besonders stark mit fast einer Halbierung der Börseninserate seit Pandemiebeginn aus.

Elektrifizierte Gebrauchte (BEV und PHEV) erleben dagegen einen mengenmäßigen Aufschwung mit z.B. über 2-4% Marktanteil bei den Besitzumschreibungen aus den Zulassungsjahrgängen 2020 und 2021, sind aber weit weg vom Neuzulassungsanteil von 10-14% dieser Jahre und bestimmen noch lange nicht das Gesamtbild. Die Kehrseite dieser Mengenentwicklung sind jedoch weiterhin Preise und Standzeiten von Fahrzeugen mit Stecker.

Zwar können aktuell einige Plug-In Hybride zur Substitution von nicht bedienbaren Kundenwünschen nach Verbrennern herangezogen werden, aber es tut sich eine zunehmende Diskrepanz auf zwischen Verkaufs- und Angebotspreisen in den älteren Jahrgängen. Der Preisoptimismus der Händler scheint ein wenig zu „überhitzen“ und birgt die Gefahr, den Bogen zu überspannen, sodass Kunden diese Preisspirale nicht mehr mitgehen. Dreijährige Benziner weisen dabei eine ähnliche, deutlich weniger ausgeprägte Spreizung auf, befinden sich aber noch im Normbereich mit einer Tendenz zur Überpreisung.

Wenn nicht plötzlich und unerwartet die Kauflust der Kunden abrupt einbricht, steuert das Jahr trotz der relativ geringen verkauften Mengen (-9% Besitzumschreibungen der bis zu Fünfjährigen YTD September) auf einen Umsatzrekord im Gebrauchtwagenhandel zu!


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Die aktuelle Angebotsverknappung und ihr Einfluss auf den deutschen Flottenmarkt

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die aktuelle Angebotsverknappung und ihr Einfluss auf den deutschen Flottenmarkt.

Der Flottenmarkt in Deutschland steht nicht nur für 25-30% aller Neuzulassungen, sondern ist auch durch z.B. Leasingrückläufer eine wichtige Quelle für einen Großteil des Gebrauchtwagenmarktes. Insofern lohnt sich ein Blick darauf, was in diesem Vertriebskanal in der aktuellen Krisensituation passiert.

Die zwei derzeit bestimmenden und miteinander zusammenhängenden Entwicklungen – Angebotsverknappung und Restwertanstieg – haben insbesondere auf Flottenbetreiber und Leasinggesellschaften gravierende Auswirkungen. Nicht zuletzt die TCO (Total Cost of Ownership), deren größter Anteil sich mit über 40% aus dem Wertverlust generiert, ist betroffen.

Jeder, der regelmäßig mit größeren Stückzahlen an Remarketingfahrzeugen zu tun hat, steht momentan vor der immensen Herausforderung von Verfügbarkeit und Timing. Einerseits muss angesichts steigender Listenpreise und sinkender Nachlässe für bezahlbaren Ersatz gesorgt werden. Andererseits kann es lukrativ sein, Rückkehrer nicht gleich zu vermarkten, sondern die Aufwärtsentwicklung der Verkaufspreise noch einen Moment abzuwarten.

Die Frage, die sich zusätzlich bei verlängerter Nutzung stellt, ist, ob sich der zu erwartende Wertverlust aus höherem Alter und gegebenenfalls mehr Laufleistung im Vergleich zur Preisentwicklung positiv bilanziert und eine Verlängerung sich damit lohnt. Zugleich können kürzere Laufzeiten aktueller Neuzugänge zum einen den Verkaufszeitpunkt noch in die zu erwartende preisliche Hochphase 2022-2023 vorverlegen und zum anderen in diesen Zeiten knapper Angebotsmengen junger Gebrauchter, ausreichend Ware „erzeugen“, um angemessen Umsatz und Rendite zu erwirtschaften.

Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass die Produktionsausfälle sich nicht weiter über Jahre so fortsetzen und der zukünftige Ersatz dann womöglich unsicher und mangels Nachlasses teuer wird. Bei Berücksichtigung aller Faktoren und Unwägbarkeiten keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen.

Zusätzlich erschwert wird die Arbeit von Fuhrparkbetreibern und –vermarktern dadurch, dass seit 2019 und explosionsartig seit der Prämienverdopplung 2020 BEVs und PHEVs in großen Mengen in die Flotten wandern. Innovationsprämie, reduzierte Dienstwagenversteuerung und niederschwelliges Risiko durch überschaubare Nutzungsdauer und meist unternehmensseitig übernommene Treibstoffkosten, machen es für Dienstwagenfahrer hochattraktiv zu BEVs und PHEVs zu wechseln.

Unsere Erwartung was deren Wiederverkaufspreise anbelangt, waren bis Anfang dieses Jahres pessimistisch aufgrund des erheblichen Volumens, das auf eine unterentwickelte Nachfrage zu treffen drohte. Aber die diesjährige Lieferkrise führt dazu, dass mittlerweile PHEVs und sogar BEVs als Substitution für Kaufinteressenten von neuen und gebrauchten Verbrennern genutzt werden und damit der Volumen- und Preisdruck entfällt.

Kurz gesagt, es wird ge- und verkauft, was gerade verfügbar ist und zunehmend zu ungeahnten Preisen. Wie lange dies so sein wird, hängt wiederum maßgeblich von Produktion und Lieferfähigkeit von Verbrennern ab. Außerdem bleibt abzuwarten, ob eine neue Bundesregierung es schafft, den langfristigen Betrieb und nicht nur die Anschaffung und Dienstwagennutzung von Elektrofahrzeugen attraktiv zu machen. „Der Weg ist das Ziel“ war noch nie so zutreffend wie angesichts der aktuellen Lage am Automobilmarkt.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Wie begehrt sind gebrauchte Maserati-Modelle?

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die Nachfrage nach gebrauchten Maserati-Fahrzeugen in Deutschland.

Ähnlich wie Ferrari genoss Maserati innerhalb des Fiat-Konzerns immer eine Sonderstellung. Auch die deutschen Niederlassungen der beiden Geschwistermarken setzten sich mit eigenem Standort in Wiesbaden von den FCA-Marken in Frankfurt ab. Nun scheinen die Karten neu gemischt und Maserati muss sich im Multimarken-Kosmos von Stellantis neu behaupten und seine Existenzberechtigung beweisen. In Deutschland sind die Stückzahlen derzeit wenig vielversprechend, allerdings muss die Traditionsmarke mit einem recht betagten und kleinen Modellportfolio agieren. Selbst der SUV-Hoffnungsträger Levante hat fünf Jahre auf dem Buckel. Sein kleinerer Verwandter Grecale wird nun sehnlichst für Ende des Jahres erwartet. Glaubt man externen Prognosen, dann sollte der Plattformbruder des Alfa Stelvio aus dem Stand heraus vierstelligen Jahresabsatz erzielen und damit die Neuzulassungen mehr als verdoppeln. Allerdings war das bereits beim Levante der Plan, der nach seinem Einstieg in 2016/2017 mittlerweile wieder auf dreistellig zurückgefallen ist. Gebraucht erzielt er dennoch respektable Restwerte. Ähnliches gilt für den schon seit 2013 angebotenen Ghibli. Anfänglich noch als Diesel recht erfolgreich, spielt der Selbstzünder neu keine Rolle mehr, findet jedoch üppig (sonder-)ausgestattet unter Maserati-Fans als Einstieg mehr Gebrauchtkäufer als seine Geschwister. Für den ebenfalls 2013 eingeführten aktuellen Quattroporte ist dagegen sowohl neu als auch gebraucht kaum mehr Nachfrage vorhanden. Was den Modenesern fehlt, sind also neue Modelle und heutzutage natürlich alternative Antriebe. Der Grecale könnte einen Schritt in die richtige Richtung machen und vielleicht auch als Plug-In Hybrid punkten. Mit sprichwörtlich noch mehr Spannung wird die 800 Volt-E-Antriebsserie „Folgore“ erwartet, soll sie doch alle Modelle zukünftig antreiben. Totgesagte leben eben länger.

Prognostizierte Verkaufswerte in % Maserati nach Modell
36 Monate / 20.000 km p.a. Sonderausstattungen: segmentspezifisch


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Monthly Market Update: Angebotsmangel auf dem deutschen Markt

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die aktuelle Situation auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.

„Bei allen, die mit dem Gebrauchtwagenhandel ihr Geld verdienen, dürfte sich derzeit eine Art Goldgräberstimmung ausbreiten. Zumindest preislich“, fasst Andreas Geilenbrügge die Lage zusammen. Nachschub in allen Altersclustern ist in Deutschland rar und man scheut sich auch nicht mehr bereits existierende Angebotspreise heraufzusetzen, anstatt „nur“ neue Angebote höher einzupreisen als den Vorgänger. Schließlich verlassen die Gebrauchten immer schneller wieder den Hof und Zukaufquellen werden immer weniger ergiebig.

Als Gesamtmarktbeschreibung ist laut Geilenbrügge „Verkäufermarkt“ das passende Wort. Im Detail lassen sich aber durchaus Unterschiede erkennen. Für Alterssegmente beispielsweise gilt, je älter, desto stärker der prozentuale Preisanstieg, allerdings bedeutet dies natürlich auch ein geringeres Wachstum im absoluten Wert und Ertrag.

Insgesamt verkaufen sich 3jährige Diesel noch immer mengenmäßig relativ stabil, während sich die beobachtete tägliche Angebotsmenge im Vergleich zu vor Pandemie und Halbleiterkrise um etwa 25.000 Fahrzeuge bzw. fast 40% vermindert hat. Bei den jungen Gebrauchten im Alter von 6-18 Monaten hingegen schneiden die Benziner von der Preisentwicklung her besser ab als die Selbstzünder, stehen aber dafür auch durchschnittlich 15-20 Tage länger.

Schwierig bleibt es bei den elektrifizierten Antrieben, die am Markt immer noch einen auffällig geringen Anteil am Angebot in allen Altern haben. BEVs sammeln zwar Standtage, stabilisieren sich aber preislich. Plug-In Hybride substituieren zunehmend den Verbrennermangel und sind entsprechend preisstabil, aber junge Vollhybride haben sich dieses Jahr an die unrühmliche Standtagsspitze gesetzt und geben eine Vorahnung auf deren zukünftige Preisentwicklung. Die Jahresend-Rallye hat begonnen, aber die Aussichten sind für den Gesamtmarkt weiter ungetrübt, so Geilenbrügges abschließende Einschätzung.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Strengere Anforderungen für Zuschüsse bei Plug-In Hybriden

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, untersucht, welche Auswirkungen die bevorstehenden Änderungen bestimmter Fahrzeugsubventionen in Deutschland haben könnten.

Seit 2020 im Zuge der Pandemie die staatliche Innovationsprämie verdoppelt wurde, gehen in Deutschland die subventionierten Antriebsarten BEV und PHEV durch die Decke. Die Zulassungen vollelektrischer Modelle haben sich 2020 im Vergleich zu 2019 mehr als verdreifacht, Plug-Ins sogar fast verfünffacht. Und der Neuwagentrend geht für die Stromer in 2021 immer noch bergauf.

Nun hatte die Bundesregierung sich frühzeitig darauf verständigt, dass dieses Prämienniveau bis Ende 2025 beibehalten und entsprechende Finanzierung bereitgestellt wird. Das zugehörige Förder-Regularium allerdings ist Deutschland-typisch komplex. Neben der unterschiedlichen Förderung von günstigen (Nettolistenpreis unter 40.000€) und teureren Modellen (Nettolistenpreis bis 65.000€) hat man noch weitere Bedingungen eingebaut, von denen eine nun ab 2022 einigen wenigen Modellen den Förderanspruch eventuell versagen wird.

Für Plug-In Hybride steigt die reinelektrische Mindestreichweite von bisher 40km auf 60km für Fahrzeuganschaffungen ab dem 1. Januar 2022. Zwar gilt immer noch die Förderfähigkeit, wenn dabei maximal 50g CO2-Ausstoß pro 100km erreicht werden, aber es gibt Fahrzeuge, die aktuell diesen CO2-Ausstoß übertreffen, während sie die derzeit gültigen 40km Reichweite schaffen.

Für die Kombination weniger als 60km Reichweite und mehr als 50g CO2 ist es also ab nächstem Jahr vorbei mit 4.500 bzw. 3.750€ Zuschuss vom Staat. Betroffen sind allerdings eher wenige schwere Fahrzeuge, die sich in beiden Disziplinen – Reichweite und Emission – buchstäblich schwertun und unterhalb der 65.000€ Listenpreisgrenze liegen. Es betrifft einzelne Modellversionen sowohl von Audi, Ford, Jaguar, Jeep, Mercedes, Land Rover, Volvo und VW. Darunter manche Exoten wie den Wrangler oder Explorer, aber eben auch Versionen gängigerer Modelle wie z.B. den Q8, F-Pace, GLC, Velar, XC90 und Touareg. Ob es so weit kommt, liegt auch in den Händen der Hersteller.

Es müssten rechtzeitig neue elektrische Reichweiten homologiert werden, die die 60km übertreffen, was technisch kein größeres Thema sein dürfte. Allerdings wird man sicher den Taschenrechner zücken und die Kosten für die Homologation gegenrechnen mit einerseits der Hinnahme möglicher Stückzahleinbußen durch die betroffenen Versionen oder alternativ für diese Modelle zusätzliche Vertriebsunterstützung bereitzustellen. Was wir aber vermutlich beobachten werden, sind eifrige Zulassungen dieser Modelle zum Ende des Jahres, um den Förderanspruch zu erhalten und die Produktion auf die Straße zu bringen.

Die Restwerte wird ein möglicher Wegfall der Prämie vermutlich nur geringfügig beeinflussen, da in diesen Preislagen der staatliche Zuschuss eher einen kleineren Effekt hat. Schon eher die kurzfristig anwachsenden Mengen auf dem Gebrauchtmarkt, verursacht durch die voraussichtlichen Zulassungsaktionen Ende des Jahres, könnten je nach Größenordnung Volumen- und damit Preisdruck erzeugen. In jedem Fall wird es interessant zu beobachten, was mit diesen Modellen passiert.


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

Wie begehrt sind gebrauchte Land Rover-Modelle?

Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations and Insights bei Schwacke, über die Nachfrage nach gebrauchten Land Rover-Fahrzeugen in Deutschland.

Seit der indische Mischkonzern Tata vor 13 Jahren die urbritische Automobillegende Land Rover von Ford übernahm, ist so einiges passiert. Die seither zu beobachtenden Investments sowie die Planungs- und Entwicklungsstabilität haben zu dringend benötigtem Ausbau und Kompletterneuerung der Modellpalette geführt. Insbesondere seit 2011, als der Evoque seinen aufsehenerregenden Einstand feierte, nahmen die Land Lords der Automobilindustrie ordentlich Fahrt auf. Mit dem Zugang des nicht minder bemerkenswerten Range Rover Velar erzielten sie 2017 insgesamt sogar mehr als dreimal so viel Absatz in Deutschland wie zur Zeit der Übernahme. Der nach fast vier Jahren wiedererstandene Defender schaffte es im Corona-Jahr, sich trotz seines einzigartigen Vorgängers neu zu erfinden, gleichzeitig aber ein zahlungskräftigeres Klientel anzusprechen. Das Konzept ging gut auf und der Defender wird nicht nur häufiger zugelassen als je zuvor, sondern rangiert in diesem Jahr sogar hinter Evoque auf Rang 2 in Land Rovers Zulassungsstatistik. Allerdings ging es seit Dieselgate mengenmäßig stetig bergab und die Benziner- und Plug-In-Versionen konnten die Lücke nicht auffüllen. Den dringend benötigten frischen Wind bringen bald die Nachfolger von Range Rover und Range Rover Sport. Vollelektrisch wird’s aber erst 2024, wenn die EMA-Plattform mit Evoque und Discovery Sport Einzug hält. Der Defender soll dazu Brennstoffzellen-Pionier im Konzern werden und für die schweren Modelle eine Alternative zum Stecker bieten. Aktuelle Modelle zeigen in der Prognose gute Werte oberhalb 50%. Nur der große Range, dessen Facelift auch schon wieder 4 Jahre alt ist, liegt darunter. Allerdings haben die Forecast-verwöhnten Geländewagen in den vergangenen 24 Monaten aufgrund der immer üppigeren Stückzahlen Federn lassen müssen. Nun bewegen sie sich wieder in optimistischeren Fahrwässern.

Forecast Restwerte in % Land Rover nach Modell, 36 Monate, 20.000 km pro Jahr


Dieser Inhalt wird Ihnen präsentiert von Autovista24.

Grüner Banner von Autovista24

SchwackeBlickpunkt bei Autohaus: Fiat

Juni 2021: Wie begehrt sind gebrauchte Fiat-Modelle?

Fiat performt mit PKW derzeit auf den ersten Blick auffallend gut und überdurchschnittlich in der Neuzulassungsstatistik. Allerdings zeigt ein Blick in die Details, dass der Erfolg maßgeblich durch zwei Sondereffekte bestimmt ist. Einerseits machten immer schon die in Deutschland als PKW zugelassenen Ducato-Wohnmobile etwa ein Drittel des Gesamtvolumens aus. In der Pandemie das Wachstumssegment schlechthin. Nun bringen sie es mittlerweile auf fast 60% aller neuen Fiat-PKW. Zum anderen nimmt der vollelektrische 500e seit Ende letzten Jahres mit kräftiger Unterstützung von Innovationsprämie und günstigen Leasingraten massiv Fahrt auf. Die anderen Baureihen mussten Verluste von teils über 60% gegenüber Vorjahr hinnehmen. Für den Gebrauchtwagenmarkt in drei Jahren sind das eher gute Nachrichten, senkt dies doch den traditionell hohen Volumen- und damit Preisdruck auf die Anbieter. Bis dahin wird die Palette voraussichtlich um ein weiteres 500er-Derivat ergänzt. Eine verlängerte Kombiversion in der Tradition des charmanten Fiat Giardiniera kann vermutlich mehr Kunden in seinen Bann ziehen als der etwas glücklose Minivan 500L. Auch der Tipo bekommt in ein paar Jahren wohl eher einen Crossover Nachfolger als auf dem bestehenden Konzept weiter aufzubauen. Das passt ganz gut zur Strategie des neuen Multimarkenkonzerns Stellantis. Auch beim Citroën C4 wurde gerade das klassische Kompakt-Fließheck-Format aufgegeben, um gegenüber den übermächtigen Lokalmatadoren Golf, Focus und Astra in der Nische eine interessantere Alternative anzubieten. Die Prognosewerte der aktuellen Modellpalette fallen noch verhältnismäßig unterdurchschnittlich aus. Die angekündigte Händlervertragskündigung deutet aber an, dass künftig eine gemeinsame Strategie auf die Konzernmarken wirken wird, was in puncto Restwert für Fiats neue Geschwister bislang durchaus von Vorteil war.

„Fiat fokussiert sich auf wenige Modelle, treibt die Elektrifizierung voran und wird zukünftig von der Konzernstrategie geleitet. Mit allem Für und Wider.“

Thorsten Barg, Schwacke Geschäftsführer

In der aktuellen Print-Ausgabe der Zeitschrift AUTOHAUS 11/2021 wurden die Restwerte einiger Fiat-Modelle unter die Lupe genommen:

Hier geht es zum Download: SchwackeBlickpunkt Artikel von Autohaus

Segment-Entwicklung 05/2021 – SchwackeBlickpunkt: Mittelklasse

Grau-schwarze Einförmigkeit – Mittelklassemodelle verkaufen sich derzeit eher unter Wert – nicht zuletzt aufgrund mangelnder Profilschärfe des Segments. Zu welchen Tarifen, hat Schwacke ermittelt

 

Die Mittelklasse-Modelle sind für viele die Biedermänner unter den Fahrzeugsegmenten.  Aber war vor 15 Jahren noch jeder sechste neue PKW ein Mittelklässler, ist es heutzutage nur noch jeder zehnte. An der allgegenwärtigen SUV-Konkurrenz kann es jedoch nicht ausschließlich liegen, ist doch deren Marktanteil nicht entsprechend gestiegen. Eher kann man davon ausgehen, dass das etwas kleinere Kompaktsegment darunter mit all seinen Derivaten attraktiver und größer wurde und damit Kunden abspenstig machte. Echtes Downsizing also, dem die Lieferanten für dieses andernorts auch mit ‚D‘ bezeichnete Segment versuchen, mit technischer Aufwertung entgegen zu wirken. Gut zu beobachten ist dies gerade aktuell an der neuen C-Klasse, die sogar optional mit Hinterachslenkung und einer LED-Frontleuchten-Technik aus der S-Klasse aufwartet.  Wie hart der Konkurrenzkampf und Preisdruck ist, lässt sich ebenfalls daran erkennen, dass der Prognosedurchschnitt unterhalb der 50%-Marke liegt und nur wenige Modelle es über diese Schwelle schaffen. In erster Linie hilft natürlich ein Modellwechsel mit frischem Design, moderner Technik oder wie im Falle des Mazda6 üppig ausgestattete und fair eingepreiste Ausstattungslinien bzw. Sondermodelle. In die Zukunft geblickt, gibt es denn auch in Anbetracht der Volumenentwicklung erste Gerüchte über ein reduziertes oder verändertes Angebot bei den Nachfolgern von Mondeo und Passat. Von Crossovern ist bei den Volumenherstellern die Rede, ähnlich wie der Citroën C5 X es gerade vormacht, oder dem Wegfall von einzelnen Bauformen. Vollelektrische Modelle findet man hier allerdings noch selten, auch wenn Platzhirsch Tesla mit dem Model 3 seine Duftmarke gesetzt hat und Polestar und Ford dagegenhalten. Die notwendigen großen Batteriepacks passen dann meist doch eher in die höher bauenden SUVs. Die „niederflurigen“ Limousinen und Kombis müssen in der Regel mit Plug-In Hybriden auskommen, die in dieser Klasse mittlerweile schon beachtliche 18% der Neuzulassungen ausmachen. Das könnte auch eines der zukünftigen Probleme des Marktes werden. Über 55.000 neue Mittelklasse-Plug-Ins sind seit 2019 in den gebrauchtwagenrelevanten Kanälen zugelassen worden. In diesem Jahr sogar mehr als Benziner. Die Nachfrage steigt aber nicht entsprechend, sodass diese Menge in diesem und den kommenden Jahren unter Druck erst einmal vermarktet werden müssen. Zu befürchten ist, dann mit kräftigen Preisabschlägen. Da können sich die Risikomanager mit Dieseln im Portfolio eher zurücklehnen. Schließlich wird sich deren Gebrauchtwagennachschub bedingt durch Dieselgate seit 2016 bis heute quasi halbieren und für stabile Preise sorgen. Natürlich nur sofern die Nachfrage auf dem zwar niedrigen, aber soliden Niveau bleibt. Genau danach sieht es derzeit aus. Gebraucht sind Diesel-Biedermänner durchaus noch gefragt!

Schwacke Blickpunkt Mittelklasse

SchwackeBlickpunkt bei Autohaus: Alfa-Romeo

Mai 2021: Wie begehrt sind gebrauchte Alfa-Romeo-Modelle?

Die italienische Traditionsmarke hat im Multimarken-Konzern Stellantis wohl das am besten definierte Markenimage. Die Turiner stehen aufgrund ihrer Motorsport-Historie für Dynamik und Emotion und zählten in der FCA Gruppe als Premium-Brand. Ob diese Positionierung auf Dauer Bestand haben kann, wird ein Diskussionspunkt sein angesichts der Koexistenz von DS Automobiles als französisches Premium-Pendant. Nichtsdestotrotz steht dem Trend nach SUV Modellen folgend in diesem Jahr ein kompakter Neuzugang in den Startlöchern. Auf Geheiß von Markenchef Imparato erneut verspätet, wird das aufsehenerregende Tonale Concept des Genfer Automobilsalons 2019 nun in gemäßigterer Form Realität. Er setzt damit dem nordeuropäischen Wettbewerb italienisches Temperament entgegen. Das war auch schon beim Stelvio die Strategie. Allerdings haben hiesige Vertriebsmaßnahmen und kleine Ausstattungsmankos dem großen SUV das Gebrauchtwagenleben schwergemacht.

„Premiumkunden sind anspruchsvoll und markentreu. Bisher hat Alfa aber noch kein wirksames Konzept für mehr Akzeptanz gefunden. Neue Modelle und die Stärken des neuen Konzerns könnten die Marke nun voranbringen.“

Thorsten Barg, Schwacke Geschäftsführer

In der aktuellen Print-Ausgabe der Zeitschrift AUTOHAUS 09/2021 wurden die Restwerte einiger Alfa-Romeo-Modelle unter die Lupe genommen:

Hier geht es zum Download: SchwackeBlickpunkt Artikel von Autohaus

Schwacke Blickpunkt bei Autohaus: Alfa-Romeo

Segment-Entwicklung 04/2021 – SchwackeBlickpunkt: untere Mittelklasse

Bezahlbare Allrounder – Die untere Mittelklasse im Spannungsfeld zwischen Marktumbruch und Pragmatismus. Zu welchen Tarifen, hat Schwacke ermittelt

Das meist lapidar Golf-Klasse genannte Segment hat sich in den vergangenen Jahren recht erfolgreich gegen eine allzu starke Kannibalisierung durch seine SUV-Verwandten gewehrt. Seit 2018 allerdings geben die immer noch mehrheitlich als Fließheck verkauften Allrounder stetig nach. Bei den Karosserien haben sich dabei Stufenhecks und ihre coupéhaft geschnittenen Vettern als Alternative einen kleinen aber wachsenden Anteil erobert.  Und auch antriebsseitig sind dieses Jahr bereits mehr als 16% Plug-In Hybride und fast 8% E-Fahrzeuge neu hinzugekommen. Dieselantriebe sorgen fast nur noch für jede vierte Neuzulassung und Benziner nicht mal mehr für jede zweite. Bei den für das Gebrauchtwagengeschäft relevanten Firmenwagenzulassungen sind zwar die Verbrenneranteile quasi getauscht, aber auch hier geben fast 18% Plug-Ins und 9% vollelektrisch einen Ausblick, was uns spätestens in 2024 am Markt erwartet. Nicht viel Zeit, um private Verbrennerfahrer dann in ausreichender Menge zum Kauf gebrauchter Stromer zu motivieren. Die rückläufigen Mengen an „stromlosen“ Kompakten lassen hingegen einen entspannteren Blick auf zukünftige Wiederverkaufspreise zu. Im Wettbewerbsvergleich der Modelle wird wiederum klar, dass der Lebenszyklus trotz der eher pragmatischen Zielgruppe einen großen Einfluss hat. Auch wenn der Geldbeutel immer knapper wird, möchte man offenbar doch nicht darauf verzichten, ein optisch und technisch einigermaßen aktuelles Modell zu fahren. Hyundai i30, Renault Mégane und Opel Astra haben damit angesichts der zwischenzeitlich erneuerten Konkurrenz schwer zu kämpfen. Der Peugeot 308 ist zwar ebenfalls in einem fortgeschrittenen Lebensalter und bekommt in diesem Jahr einen Nachfolger, hat aber durch ein solides Image und Design sowie cleveres Pricing, Ausstattungslinien und Paketierungen sich wacker halten können. Am oberen Ende der Restwertskala zeigt der Mazda3, was man unter anderem mit einer simplen aber bestechenden Trimstrategie erreichen kann. Üppige Grundausstattung und wenige Optionen oder Pakete sorgen für zufriedene Gebrauchtwagenkäufer und Investitionsbereitschaft.

Schwacke Blickpunkt untere Mittelklasse

SchwackeBlickpunkt bei Autohaus: Suzuki

April 2021: Wie begehrt sind gebrauchte Suzuki-Modelle?

Suzuki gehörte in Deutschland schon immer zu den kleineren aber gemessen an Neuzulassungen respektablen Importeuren. Den SUV-Boom haben die eher für Motorräder und Außenborder bekannten Japaner allerdings ein wenig verschlafen. Erst mit Zugang des Vitara in 2015 und des eigenwilligen Kleinst-Crossover Ignis gelang ab 2016 wieder der Anschluss an Mitsubishi. Das Covid-Jahr 2020 war jedoch ein noch herberer Schlag für die Händlerschaft als gemeinhin. Während andere Marken mit dem Prämien-Schub auf Elektromodelle oder Plug-In Hybride ein wenig Ausgleich schaffen konnten, kamen dem Bensheimer Importeur Baleno und Celerio abhanden. Auch der mit einem gewissen rustikalen Coolness-Faktor versehene Jimny wurde nicht zuletzt aufgrund der zu verbessernden Flotten-CO2-Bilanz nur noch eingeschränkt angeboten. Mittlerweile ist er nicht mehr konfigurierbar. Einen Ausgleich schaffen und gleichzeitig das CO2-Problem lösen sollen zwei neue Modelle, die einem Gegengeschäft mit Kooperationspartner Toyota entstammen. Die bisher unbekannten Across und Swace sind wenig kaschierte Lizenzbauten des RAV4 und Corolla. Ersterer wird ausschließlich mit Plug-in-Hybrid angeboten, während der Swace als Vollhybrid den Footprint verbessert.

„Trotz inhomogener Modellpalette und unscharfem Markenimage sorgen attraktive Komplettpreise für solide Restwerte.“

Thorsten Barg, Schwacke Geschäftsführer

In der aktuellen Print-Ausgabe der Zeitschrift AUTOHAUS 07/2021 wurden die Restwerte einiger Suzuki-Modelle unter die Lupe genommen:

Hier geht es zum Download: SchwackeBlickpunkt Artikel von Autohaus

Artikel Suzuki bei Autohaus 2021

Segment-Entwicklung 03/2021 – SchwackeBlickpunkt: Kleinwagen

Vielseitiges Segment – Kleinwagen behaupten sich gegen ihre hochbeinigen Verwandten. Zu welchen Tarifen, hat Schwacke ermittelt

Die Kleinwagenklasse hat eine recht wechselvolle Geschichte hinter sich. Selbstzünder waren zwar auch schon vor Dieselgate eine verzichtbare Motorisierung, sind aber mittlerweile fast vollständig vom Neuwagenmarkt verschwunden. Unter 3% des Segmentes machten sie vergangenes Jahr lediglich noch aus. Dafür erheben sich Elektroantriebe zu einer relevanten Größe und erreichten im prämiengetriebenen Jahr 2020 einen Neuwagensegmentanteil von vorher unvorstellbaren 14%. Und dieses Jahr geht der Trend ungebrochen weiter und steht im Februar bereits bei 18%. Eine ebenfalls aufsehenerregende Novität war der historische Wechsel an der Segmentspitze, als 2020 nach 13 langen Jahren der Opel Corsa wieder am VW Polo vorbei auf dem Siegertreppchen der Neuwagenstatistik stand und dort immer noch steht. Das Ganze geht einher mit einem ebenso erstaunlich moderaten Anteil an taktischen Zulassungen. Es ist also Bewegung in dieses Segment gekommen mit den Neuzugängen aus dem PSA-Konzern und zuletzt noch durch die Asiaten Yaris und i20. Es ist allerdings zu spüren, dass die SUV-Derivate ein ernstzunehmendes Intrabrand-Risiko darstellen. Zwar sind die hier gezeigten klassischen Bauformen in der Regel noch in der Überzahl gegenüber ihren Vettern, aber der Abstand ist nicht mehr groß. Der Kostenunterschied in der Produktion zwischen beiden Karosserieformen dürfte kaum ins Gewicht fallen, sodass der künstlich erzeugte Neupreisvorteil der Kleinwagen in diesen preissensitiven Segmenten sicher mit den Ausschlag gibt, warum die SUVs nicht längst den Neuwagenmarkt dominieren. Die Gebrauchtwagenkunden jedenfalls wollen nicht nur absolut in Euro weniger für einen Kleinen zahlen. Auch im Verhältnis zum Neupreis liegen im Schnitt 4 Prozentpunkte zwischen den Plattform-Verwandten. Generell gilt für beide, frisches Design und modernes Infotainment punkten in der Käufergunst. Etwas aus dem Feld gerät hier der Fiesta, der aktuell am Markt – eigentlich unnötig – günstig angeboten wird und damit auch die Prognose niedrig hält. Mit zusätzlichen Anbietern und Modellen ist in diesem Segment zukünftig kaum mehr zu rechnen, aber die Nachfolger zeigen mit E-Antrieben und Komfortausstattungen, dass Kleinwagen noch lange nicht tot sind und zudem für die Hersteller beim CO2-Footprint einen – im wahrsten Sinne des Wortes – geldwerten Beitrag leisten.

Grafik: Segment-Entwicklung 03-21 Kleinwagen

SchwackeBlickpunkt bei Autohaus: Lexus

März 2021: Wie begehrt sind gebrauchte Lexus-Modelle?

Lexus besitzt trotz geringer Stückzahlen auf dem deutschen Markt einen recht hohen Bekanntheitsgrad und treuen Kundenstamm. Ist die Marke doch die letzte dreier japanischer Marken, die sich fast zeitgleich aufmachten, im Nobelsegment etablierten, meist deutschen Herstellern die Stirn zu bieten. Während Xedos (Mazda) es kaum bis in die 2000er Jahre schaffte, zog sich Infiniti (Nissan) erst letztes Jahr aus Westeuropa zurück. Die als Toyota-Ableger Lexus erst seit der Wiedervereinigung verkauften Modelle sind dagegen besonders in den USA, in Großbritannien sowie dem Heimatmarkt erfolgreich. In Japan ist die Marke sogar Nummer 1 im Premiumsegment, während hierzulande gerade einmal ein Viertel des britischen Volumens erreicht werden. Umso erstaunlicher ist die Vielfalt an Modellen. Speziell die SUVs – am ‚X‘ zu erkennen – haben in den vergangenen Jahren die Existenz gesichert. Die Limousinen – mit ‚S‘ gekennzeichnet – tragen mit weniger als 500 Zulassungen kaum mehr etwas dazu bei. Stufenheck ist eben, insbesondere mit Vollhybridantrieb, nicht gerade der Renner bei deutschen Premiumkunden. Noch deutlich stärker als bei Mutter Toyota sind Hybride mit 90 Prozent die absolute Präferenz der Käufer. Da es zudem schon vor Dieselgate keine Lexus-Selbstzünder mehr gab, sind die Asiaten sowohl durch diese Krise als auch das aktuelle Geschehen stabil gelaufen.

Ein 90-Prozent-Anteil krisenfester Vollhybride und überschaubare Mengen kommen Lexus beim Wiederverkauf zugute. Ob die neuen Elektromodelle ähnlich wertstabil sein werden, bleibt abzuwarten

Thorsten Barg, Schwacke Geschäftsführer

In der aktuellen Print-Ausgabe der Zeitschrift AUTOHAUS 05/2021 wurden die Restwerte einiger Lexus-Modelle unter die Lupe genommen:

Hier geht es zum Download: SchwackeBlickpunkt Artikel von Autohaus

Schwacke Blickpunkt bei Autohaus: Lexus

King of the road – Die Zukunft der SUV

Den „Sports Utility Vehicle“ genannten PKW-Bauformen haftet etwas Mystisches an. Ursprünglich sollte die amerikanische Kombination von „Sports“ (jenseits des Atlantiks der Oberbegriff für alle sportliche Aktivitäten) und „Utility“ (Nutzfahrzeuge) eine schicke Verbindung von Freizeitaktivität und Nutzwert demonstrieren. Damit wollte man sich vom rein nutzwertorientierten rustikalen Charme der Geländewagen abgrenzen. Mittlerweile ist daraus weltweit eine inflationär verwendete Bezeichnung geworden, die letztlich nur noch eines sicher zu bedeuten scheint: Höhere Bodenfreiheit. Der Mythos steht dabei für manche für unnötige Größe und hohes Gewicht, also Umweltsünde. Für die Anderen sind SUV der heilige Gral in puncto bequemer Einstieg, Statussymbol und ein erhöhtes Gefühl an Sicherheit. Auf den früher zu fast 90% üblichen Allradantrieb verzichten dabei heute deutlich mehr als die Hälfte aller deutschen Kunden und lassen den meisten Modellen damit nur noch die optischen Outdoor-Reminiszenzen. Manche Modelle, nicht nur in den kleinen Segmenten, werden sogar ausschließlich nur mit einer angetriebenen Achse angeboten. Letztlich haben die SUV-Verwandten ihren Brüdern der klassischen Karosserieformen stetig mehr Marktanteile abgenommen und es ist kein Ende in Sicht.

Einer für alle(s)

Die Attraktivität der SUV hat sich dabei seit Beginn ihres Erscheinens in absolut und relativ gesehen höheren Restwerten niedergeschlagen, verglichen mit ihren Geschwistern. Und das, obwohl sich die Zulassungen seit 2012 verdoppelt und gemessen an 2007 sogar vervierfacht haben. Nach dem aktuellen Trend der SUV-Coupés – natürlich trotz der Namensergänzung immer noch viertürig – stehen nun die Premiumhersteller in den Startlöchern, um zukünftig Kleinwagen-Crossover ins Sortiment aufzunehmen. Die Frage, die sich berechtigterweise stellt, ist, wie lange das in einem so volumenbestimmten und gesättigten Marktumfeld wie den Gebrauchtwagen, noch weitergehen kann. Was ist also zu erwarten bei stetig wachsenden Mengen hinsichtlich der hohen Restwerte?

Den Zenit überschritten

Eine beruhigende Antwort vorweg: An den vorteilhaften Verkaufspreisen und steigenden Mengen von SUV wird sich so schnell nichts ändern. Aber die erfolgsverwöhnten Hochbeiner halten sich bereits seit einer Weile nicht mehr so stabil und durchleiden mittlerweile alle Krisen und Täler wie der Rest des Marktes (Abb. 1). Ein wichtiger Einflussfaktor ist dabei neben den gewachsenen Volumen vor allem der Wettbewerb untereinander. Waren laut IHS 2010 noch etwas über 70 Modelle am Markt mit durchschnittlich 4.700 Zulassungen pro Modell, schraubte sich dies hoch bis 2019 auf fast 130 Modelle mit nahezu 10.000 Zulassungen pro Modell. Nun aber beginnt der Neuwagenmarkt zu kippen und die weiteren Markteintritte zusätzlicher Modellreihen erzeugen zunehmend Verteilungskampf. Die durchschnittlichen Zulassungen pro Modell gehen deutlich zurück und der Anteil von Modellen mit weniger als 2.000 Einheiten pro Jahr steigt von 14% anno 2010 auf 44% in 2027 (Abb. 2).

Grafik SUV Restwerte Verkauf bei 36 Monaten und 60.000 km Laufleistung
Abb.1: SUV Restwerte Verkauf bei 36 Monaten und 60.000 km Laufleistung


Grafik SUV Neulassungsentwicklung
Abb.2: Neuzulassungsentwicklung und Prognose SUV

Zukunftsaussicht: Heiter bis wolkig

Der Zeithorizont ist also noch relativ weit, zumal der Gebrauchtmarkt zeitlich immer ein paar Jahre nachläuft. Aber dennoch lohnt es sich, sich darauf vorzubereiten. In Zeiten wachsenden Wettbewerbs ist Differenzierung die Devise. Optik und Markenimagepflege sind sicher ein wichtiges Instrument, Elektrifizierung ein zusätzliches Spielfeld. Aber als Gebrauchter kann vor allem eine an zukünftigen Bedürfnissen orientierte Ausstattung ein wichtiger Beitrag zu Werterhalt und Abgrenzung zum Wettbewerb sein. In erster Linie, um nicht in einen Kampf um den niedrigsten Preis zu verfallen und damit der Preisspirale nach unten zu folgen. Schließlich wird der Kuchen groß genug sein, nur das eigene Stück sollte satt machen und schmecken.

Segment-Entwicklung 02/2021 – SchwackeBlickpunkt: Miniklasse

Solider Einstieg – Kleinstwagen sind trotz Pandemie und Klimawandel weiterhin gefragt. Zu welchen Tarifen, hat Schwacke ermittelt

Das kürzeste unter den relevanten PKW-Segmenten bewegt sich nicht nur in seinen Abmessungen immer am unteren Limit. Auch um die Profitabilität von Up, Twingo, Fiat 500 und Co. ist es traditionell auf Seiten der Produzenten und weiteren Lieferkette nicht gut bestellt. Da will jede Investition in technische Weiterentwicklung und Ausstattungserweiterung wohl bedacht sein. Vor allem wird durch lange Lebenszyklen der Return on Invest derzeit gerne optimiert.

Für aufwändige doppelmotorige Plug-In Hybride zum Beispiel findet sich dabei kaum der nötige Platz noch Amortisation. Aber vollelektrische Antriebe beginnen nun Fuß zu fassen, wenn auch der Beitrag zur Reduzierung der drohenden CO2-Strafzahlungen vergleichsweise gering ist. Schließlich kommen die Minis im Segmentmix der Hersteller nur bei wenigen über 15% und die ohnehin emissionsarmen Leichtgewichte stellen wohl selten das eigentliche WLTP-Problem einer Marke dar. Außerdem blockieren sie die so wichtige, wie knappe Ressource „Batterieproduktion“. Nichtsdestotrotz ist für manche Modelle die Entscheidung zwischen Benzin- und Elektroantrieb gefallen und beides anzubieten, wird zugunsten reduzierter Produktions- und Angebotskomplexität tunlichst vermieden.

Wertbeständigkeit generiert sich für die Kleinen nun offenbar vor allem aus dem subjektiven Image der Marken in puncto Langlebigkeit bzw. auch einer längeren Garantiezeit. Und natürlich ist eine nicht weit zurückliegende Neueinführung mit frischem Äußeren und moderner Konnektivität dem Werterhalt förderlich. Die hier zu Vergleichszwecken ausgewählte Laufleistung von 60.000km verschafft den Viersitzern allerdings insgesamt einen leichten Bewertungsnachteil gegenüber anderen Segmenten, da die meisten dreijährigen Miniklässler mit deutlich weniger Kilometern auf der Uhr zum Verkauf angeboten werden.

Wichtig auch bei der Zukunftsbetrachtung, dass dies eines der wenigen Segmente ist, das keinen Wettbewerb und Intrabrand aus SUV-Derivaten zu fürchten hat und dies auch absehbar so bleibt.

Der Mangel an Wettbewerb und die langen Lebenszyklen werden somit dem preiswerten Einstieg in die Automobilwelt für Fahranfänger und Puristen preislich und nachfrageseitig eine stabile Zukunft als Gebrauchtwagen bescheren. Überraschende Innovationen und Impulse gehen von dieser Fahrzeugklasse aber verständlicherweise nicht aus.

Schwacke Blickpunkt vom Februar 2021: Miniklasse