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Die Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt verschärft sich

Andreas Geilenbrügge | 07 Apr 2022

Über den Autor

Andreas Geilenbrügge

Head of Valuations & Insights

Seit November 2013 ist Andreas Geilenbrügge bei Schwacke. Zunächst als Key Account Manager für Hersteller und Importeure, seit 2016 verantwortlich für Insights und ab Mitte 2018 gesamtverantwortlich für den Bereich Restwerte & Insights. Vor Schwacke liegen 9 Jahre Erfahrung im Flottenvertrieb von Importeuren und ein abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium. Des Weiteren schreibt Andreas Geilenbrügge für Autovista24.

Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt verschärft sich
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Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations & Insights bei Schwacke, wirft einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland und die aktuelle Preisentwicklung im März 2022. Was hat sich im Gegensatz zum Vormonat getan?

Die Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland verschärft sich, teilweise unbemerkt, in unterschiedlichem Ausmaß. Einerseits ist das Marktgeschehen noch immer von einer Unterversorgung geprägt. Das Preisgeschehen ist dementsprechend stabil, besonders bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Preise für E-Autos scheinen hingegen eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Sie geben so dem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Angebots- und Verkaufspreisen die Möglichkeit, sich zu erholen. Eine ähnliche Tendenz ist allmählich auch im Verbrennersegment zu erkennen. Die Angebotspreise liegen hier klar höher als die im Durchschnitt tatsächlich erzielten Abgabepreise. Es kommen also deutlich mehr teure Fahrzeuge herein, als letztendlich abgesetzt werden.

Preislimit bei E-Fahrzeugen erreicht

Trotzdem sind die Verhältnisse für Verbrenner nach wie vor vorteilhaft, was sich natürlich nachteilig auf das Angebot auswirkt. Die Beschaffung von Fahrzeugen wird so zu einer echten Herausforderung. Für E-Autos trifft derzeit leider beides zu: zum einen die hohen Angebotspreise, zum anderen aber auch wieder steigende Standttage, was darauf hindeutet, dass das Preislimit für dieses Segment momentan erreicht zu sein scheint, weil die Kunden nicht mehr bereit sind, die Preissteigerungen mitzutragen. Auffällig ist auch, dass das Angebot an Batterie-elektrischen Fahrzeugen stagniert bzw. sogar leicht rückläufig ist. Zwar ist in diesem Segment keine Angebotsknappheit zu erwarten, aber derzeit scheint der Export von Elektrofahrzeugen das lukrativere Geschäft zu sein.

Der Produktionsstillstand einiger Hersteller aufgrund des Ukraine Konflikts sorgt für weitere Unruhe in der Branche und schafft ein eigenartiges Ungleichgewicht. Bei einigen Wettbewerbern scheinen die Produktionsausfälle keinen Einfluss auf Lieferkapazitäten zu haben. Was früher als eher ungünstiges Anzeichen für einen Kapazitätsüberhang gewertet wurde, wird heute zu einem Treuetest für so manche Marke. Nach zwei schwierigen Jahren werden die Händler sicherlich lieferbare Modelle mit einer etwas geringeren Gewinnspanne vorziehen, als auf ein vielversprechendes Modell mit einer höheren Marge, aber einer ungewissen Lieferzeit zu warten.

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