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Schwacke Newcomer Juni 2021 – Neue Modelle im Forecast

Andreas Geilenbrügge | 01 Jul 2021

Über den Autor

Andreas Geilenbrügge

Head of Valuations & Insights

Seit November 2013 ist Andreas Geilenbrügge bei Schwacke. Zunächst als Key Account Manager für Hersteller und Importeure, seit 2016 verantwortlich für Insights und ab Mitte 2018 gesamtverantwortlich für den Bereich Restwerte & Insights. Vor Schwacke liegen 9 Jahre Erfahrung im Flottenvertrieb von Importeuren und ein abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium. Des Weiteren schreibt Andreas Geilenbrügge für Autovista24.

Hyundai IONIQ 5 unter Holzüberdachung

Neue Modelle im Forecast – Size matters – Premium und progressiv

Im Juni haben wir wieder Restwertprognosen für interessante Fahrzeugneuerscheinungen in unsere Datenbank aufgenommen:

  • Audi Q4 e-tron
  • Hyundai IONIQ 5

Audi Q4 e-tron – Vorsprung durch Haptik

•	Audi Q4 e-tron im Sonnenuntergang

Nach dem großen vollelektrischen Erstling e-tron und dem Sportcoupé e-tron GT bringen die Ingolstädter nun ein MEB-Derivat, das auf eine größere Zielgruppe zielt. Der Q4 e-tron reiht sich nun auch wieder in die Standardnomenklatur ein und ist größentechnisch entsprechend zwischen Q3 und Q5 positioniert. Der Bauform-Strategie folgend gibt es eine Sportback-Version, die maßgeblich durch die noch coupéhaftere Heckoptik und eine geringfügig andere Fahrdynamik Kunden ansprechen soll. Beim konkurrierenden Mercedes EQA/EQB-Paar wird dagegen mit längerem Radstand, optionaler dritter Sitzreihe und dem deutlich anderen Erscheinungsbild mehr Differenzierung geboten. Wie der ID.4, mit dem er sich die Plattform und Größe teilt, wird auch der Audi in Zwickau gebaut. Anders allerdings als der dritte im Bunde. Der Škoda Enyaq kommt aus dem tschechischen Stammwerk und profitiert dort angeblich von günstigeren Produktionskosten. Aus dem Konzernentwicklungsdiktat entstammt dann auch die Technik unter dem Blechkleid und bietet die plattformbedingten Heckantriebs- und Allradversionen mit bis zu 220kW Maximalleistung. Ladezeiten und Reichweiten bewegen sich ebenso auf erwartbar solidem Niveau, bleiben aber damit hinter dem derzeit technisch Möglichen eines Tesla Model Y oder Hyundai IONIQ 5 etwas zurück. Im Innenraum spielt der Neue dann seine Stärken aus. Leichte Abzüge in der B-Note geben Materialien abseits des normalen Sicht- und Anfassbereichs. Dennoch hebt sich der Audi deutlich von seinen Volumenbrüdern ab und rechtfertigt den Premiumanspruch. Gegenüber dem Q3 legt er dabei nochmal eine Spur Modernität oben auf, ganz zu schweigen vom nun trotz Facelift doch recht angegrauten Interieur des aktuellen Q5. Etwas aufgeräumter sieht es auch in der Preisliste aus. Zwar sind immer noch eine ganze Reihe von Optionen lieferbar, aber vieles findet sich zu gut kombinierten Paketen geschnürt oder in verpflichtenden Kombinationen. Von den erwarteten Functions on demand ist hingegen weiterhin kaum etwas zu entdecken. Und wie bereits beim e-tron GT sind die Knöpfe zurück. Klimafunktionen und Sitzheizung werden über eine hochwertige Schalterleiste in der Mittelkonsole bedient, was dem Anspruch aber keinen Abbruch tut. Wem also Enyaq und ID.4 zu Mainstream sind und wer einen Hauch Luxus sucht, dabei aber im Idealfall mit den beiden kleineren clever eingepreisten Motorisierungen dennoch die hohe staatliche Prämie kassieren will, findet bei Audi das passende hochwertige Statussymbol.

Hyundai IONIQ 5 – Ein großer Wurf

Hyundai IONIQ 5 unter Holzüberdachung

Um die Dimension des IONIQ 5 zu begreifen, muss man vor ihm stehen. Mit über 4,60m Länge und beeindruckenden 3 Metern Radstand überragt der Koreaner den ID.3 um fast 30cm in beiden Kategorien. Und selbst einen Audi e-tron schlägt der Hyundai um 7 cm beim Radstand. Damit löst er sich auch völlig von seinem Namensspender und deutet mit der Nummernergänzung an, dass das nicht der einzige Namensträger der Submarke IONIQ bleiben wird. Die Maße bringen natürlich vor allem eines: Verschwenderisch viel Platz im Innenraum. Die Beinfreiheit ist außerordentlich und auch in der ersten Reihe machten die Entwickler vom Wegfall des Kardantunnels ausgiebig und publikumswirksam Gebrauch. Im vorderen Fußraum wird deutlich, wie geräumig es dort unten sein kann, wenn man nicht an ein klassisches Antriebskonzept gebunden ist. Auch sonst waren die Entwickler alles gegeben, dem Neuling eine ganze Reihe ungewöhnlicher Features mit auf den Weg zu geben, um der nächsten „Generation E“ technologisch einen Vorsprung zu sichern. Das ins Cockpit projizierte Bild der Totwinkelkamera ist da fast noch ein alter Hut, da es sich auch in anderen Modellen des Hyundai/Kia-Konzerns findet. Aber das optionale Solardach, oder die an der Beifahrerlehne bediente, elektrisch heranzufahrende Rücksitzbank sind neben einer ganzen Reihe von innovativen Lösungen erwähnenswerte Highlights. Außerdem lässt sich optional der Fahrersitz – ebenfalls elektrisch – in eine Relax-Position stellen, die mit ausklappender Beinauflage die Ladezeit an Säulen ohne externe Verweilmöglichkeit bequem gestalten soll. Daran, dass die Mittelarmlehne dann ebenfalls in eine angenehme Position gebracht werden muss, haben die Ingenieure natürlich auch gedacht. Dabei muss der IONIQ 5 dank 800 Volt-Technik im Optimalfall gar nicht lange am Kabel hängen, um wieder die volle Reichweite von idealerweise 485 km aufzubauen. Derzeit ist der Optimalfall, sprich 350kW-Ladestation aber noch der Ausnahmefall an derzeit etwas über 100 von 17.000 öffentlichen Ladestandorten in Deutschland, die bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich von IONITY betrieben werden. Wird eine solche angesteuert, kann der Hyundai dann aber laut technischen Daten in weniger als 18 Minuten von 10 auf 80% Reichweite gebracht werden. Ein Spitzenwert, der gerade mal für einen Power Nap im Relax-Gestühl ausreicht! Hyundai ist damit nicht nur vom progressiven Design her ein außergewöhnliches State-of-the-Art Modell gelungen, das aufgeschlossenen Kunden in seinem vollen Umfang erklärt werden sollte. Auch die Preisgestaltung mit einem Basispreis unterhalb der Maximalfördergrenze und „Paketen“ anstelle der üblichen Ausstattungslinien, die der Förderhöhe abträglich gewesen wären, machen die Nummer 5 zu einem höchst attraktiven Angebot. Wir sind nun auf die übrigen Nummern 1 bis 9 gespannt.

 

Grafik Newcomer Juni 21

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